Pflege von Caravans

An dieser Stelle möchten wir ihnen einige wichtige Tipps zum Umgang mit Ihrem Freizeitmobil geben. Viele Fehler, welche immer wieder gemacht werden beim Umgang mit Caravans, führen zu folgenschweren und teuren Schäden. Diese sind einfach zu vermeiden und sollen daher nicht unerwähnt bleiben.

Fehler #1: Meinen Caravan prüfe ich regelmäßig mit einem Hochdruckreiniger auf Dichtheit…

Bei solchen Aussagen stellen sich uns leider immer wieder die Haare zu Berge. Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass mit das Wichtigste beim Caravan die Dichtigkeit des Aufbaus ist. Doch wie prüft man das am besten und wann gilt ein Caravan als undicht?

Hier gehen die meisten Nutzer davon aus, dass ihr Fahrzeug nur dann undicht ist, wenn es reinregnet. Doch in diesem Fall wäre höchstens eine Dachhaube defekt bzw. eine Fensterdichtung undicht.

Ein Caravan ist erst dann durch Feuchtigkeit beschädigt, wenn aufgrund eines Mangels an den Abdichtungen der Kantenleisten, der Karosserieausschnitte für Serviceklappen, Türen, Fenstergummis, Deichselkasten, oder auch Rangiergriffen, Außenbeleuchtungen, schadhaftem Unterbodenschutz, usw., Wasser von außen in den Holzaufbau, sprich in die Wand, Boden oder Dach, eindringen kann und so das innen liegende (unsichtbare) Holz dauerhaft schädigt.

Dieses können Sie nach Anwendung eines Hochdruckreinigers erst einmal gar nicht erkennen, da das eindringende Wasser recht lange benötigt, bis es auch zu den Innenwandverkleidungen vorgedrungen ist. Wohl aber können Sie mit einem Hochdruck-Reinigungsgerät die Durchnässung des Aufbaus stark beschleunigen, Ihr Caravan wird dadurch also lediglich noch schneller und meist irreparabel zerstört.

Wir raten daher dringend: Hände weg von Hochdruck-Reinigungsgeräten!

Die Aufbaudichtigkeit prüfen wir mit speziell dafür hergestellten Feuchtigkeitsmessgeräten. Die Innenwände werden damit systematisch von innen auf von außen eindringende Feuchtigkeit untersucht. Leckende Stellen sind so schnell lokalisiert und können problemlos nachgedichtet werden, bevor größere Schäden entstehen. Wir raten daher dringend, spätestens alle 2 Jahre (z.B. immer bei der fälligen Gasprüfung) Ihren Caravan bei uns untersuchen zu lassen. Dies kostet letztendlich nur einen Bruchteil dessen, was für eine aufwendige Sanierung eines nassen Aufbaus angelegt werden muss und würde die Lebensdauer so manchen Caravans vervielfachen.

Fehler #2: Steht mein Wohnwagen auf unebenem Gelände oder habe ich eine Reifenpanne, hebe ich diesen einfach mit den Schwerlast-Kurbelstützen hoch. Auch das Aufbocken zur Überwinterung funktioniert so ganz prima…

Das funktioniert tatsächlich prima, die Frage ist nur, wann sich die ersten Spannungsrisse in Ihrem Karosserieblech zeigen werden. Aus diesem Grund änderte der Hersteller der Schwerlast-Kurbelstützen mittlerweile auch die Bezeichnung dieser ansonsten hervorragenden Kurbelstützen. Diese heißen nun nicht mehr Schwerlast-Kurbelstützen, sondern Stabilform-Kurbelstützen. Der Grund dafür liegt auf der Hand:

Viele Kunden haben sich in der Annahme, mit diesen Kurbelstützen schwere Lasten heben zu können, Ihren Wohnwagen bereits ruiniert. Die Bezeichnung der Kurbelstützen war irreführend, die Caravanhersteller schlugen Alarm. Gerade im Bereich der Türausschnitte zeigten sich oft Spannungsrisse, verursacht durch beim Anheben verursachte Überdehnungen des Aufbaus. Daher gilt hier unbedingt:

Auch die Stabilform-Kurbelstützen dienen lediglich zum Stabilisieren und Abstützen des Aufbaus, sicher aber nicht zum Aufbocken bzw. Anheben des Caravans. Anheben sollten Sie Ihren Wohnwagen nur in Achsnähe, spezielle Wagenheber für Wohnwagen sind hierzu im Fachhandel erhältlich.

Fehler #3: Zum Überwintern des Caravans reicht es aus, das Wasser zu entleeren…

Zwecks Überwinterung gibt es vieles zu beachten:
Das gesamte Wasser aus dem Frischwassersystem muss entleert werden, auch aus der Heißwassertherme, wenn vorhanden. Wasserhähne alle öffnen und durchblasen mit dem Mund, damit das gesamte Wasser aus den Leitungen entfernt wird.

Ein Wohnwagen kann aufgebockt werden, so dass die Räder frei stehen, aber Achtung: niemals mit den vorhandenen Kurbelstützen (siehe oben). Mit einem Caravan-Wagenheber anheben und direkt vor und hinter der Achse unter das Fahrwerk Unterstellböcke darunter stellen. Nicht vorne und hinten am Chassis, da der gesamte Aufbau sonst unter Spannung steht. Dann die Kurbelstützen nur zum Stabilisieren runterkurbeln. Den Reifen tut das Aufbocken sicher gut.

Falls Sie Ihren Wohnwagen nicht aufbocken, erhöhen Sie den Luftdruck der Reifen um ca. +1 bar zum vorgeschriebenen Wert, um Standplatten wenigstens etwas zu reduzieren. Ideal wäre dann auch, den Caravan alle 4 Wochen etwas vor oder zurück zu schieben, um auch somit die einseitige Belastung der Reifen zu mindern.

Ein Carport ist eine feine Sache, damit ihr Fahrzeug von oben trocken steht aber dennoch gut gelüftet bleibt. Vom Einpacken in Folie ist aufgrund Schwitzwasserbildung abzuraten. Die Zwangsbelüftungen immer offen lassen, d.h. die Verdunklungsrollos der Dachluken nicht schließen und die Belüftungslöcher im Boden nicht abdecken.

Den Kühlschrank gründlich reinigen und geöffnet lassen, sowie alle Verunreinigungen restlos entfernen, sonst besteht die Gefahr von Schimmelbildung.

Die Polster alle aufstellen, oder noch besser ganz aus dem Wagen herausnehmen und im trockenen Haus überwintern. Die Gefahr von Stockflecken ist riesengroß. Wenn das nicht geht, dann einen Raumentfeucher in den Wagen stellen (gibt’s in jedem Campingzubehör, so auch bei uns). Regelmäßig dann das Granulat darin kontrollieren und erneuern, alle 4 Wochen trotzdem den Wagen gründlich durchlüften.

Die Kurbelstützen sowie alle Schmierstellen abschmieren und eine Deichselhaube aufziehen. Falls der Wagen im Freien steht, empfehlen wir eine gründliche Wäsche und Einwachsen mit Hartwachs. Die schwarzen Streifen halten sich dann in Grenzen. Alle Schlösser mit speziellem Türschloss-Spray oder Graphit-Puder abschmieren sowie die Gummidichtungen aller Fenster und Türen mit derselben Gummipflege wie auch beim PKW behandeln.

Fehler #4: Den Wohnwagen darf mein PKW nur ziehen, wenn im Fahrzeugschein das zulässige Gesamtgewicht des Wohnwagens als “zulässige Anhängelast gebremst” eingetragen ist…

Diese Aussage hören wir fast täglich, trotzdem ist sie komplett falsch.
Hierbei gilt: Das zulässige Gesamtgewicht des Wohnwagens spielt für die maximal zulässige Anhängelast Ihres PKW keine Rolle. Was zählt, ist immer das tatsächliche Gewicht des Wohnwagens beim Ziehen.

Hat z.B. der Wohnwagen ein zulässiges Gesamtgewicht von 1300kg, aber ein Leergewicht von nur 1000kg, so wissen, Sie, dass Sie in diesen Wohnwagen noch 300kg Gepäck einladen dürfen.

Darf Ihr PKW aber insgesamt nur maximal 1200kg ziehen, so dürfen Sie einen Wohnwagen mit 1300kg zulässigem Gesamtgewicht (oder auch mehr) immer noch problemlos ziehen. Sie verlieren dann aber bei der oben genannten Zuladung von 300kg genau 100kg, dürfen also nur noch 200kg zuladen, damit die maximale Anhängelast Ihres Pkws von 1200kg nicht überschritten wird. Diese maximale Anhängelast finden Sie im Fahrzeugschein ihres Pkws unter Feld O.1 angegeben.

Aber nun aufgepasst: das dort angegebene Gewicht gilt für alle Steigungen, Sie dürfen dieses also theoretisch sogar eine senkrechte Wand hoch ziehen, was natürlich unrealistisch ist. Darum haben die meisten PKW auch eine Ausnahmegenehmigung bereits eingetragen, welche Sie weiter unten im freien Text Ihres Fahrzeugscheins finden. Dort steht somit meist ein Satz ähnlich diesem:

* ZU O.1: BIS 1500 ZUL.B. MAX.10% STEIG. *

Was übersetzt heißt, dass Ihr PKW in diesem Fall auch maximal 1500kg anhängen darf, wenn Sie keine Steigungen von mehr als 10% fahren. Diese finden Sie in der Regel auch nur im Hochgebirge, Sie dürfen also in diesem Fall einen Wohnwagen bis maximal 1500kg tatsächlicher Gesamtmasse problemlos fahren. Forschen Sie daher genau in Ihrem Fahrzeugschein nach dieser Ausnahmegenehmigung, diese wird von den meisten Fahrzeughaltern regelmäßig übersehen, obwohl meistens vorhanden.

Weitere Verwirrung: oftmals wird im Zuge mit dieser Ausnahmegenehmigung auch das Gesamtzuggewicht begrenzt. Der freie Text zu Feld O.1 lautet in diesem Falle ähnlich diesem:

* ZU O.1: BIS 1500 ZUL.B.GES.GEW.DES ZUGES MAX.4500KG *

Die Übersetzung hierzu:
Sie dürfen maximal 1500kg an Ihren PKW anhängen, wenn das tatsächliche Gesamtgewicht des Zuges (also Ihr PKW + Anhänger zusammen) nicht mehr als zusammen 4500kg beträgt. Laden Sie also Ihren PKW so voll, das dieser beim ziehen eines Wohnwagens bereits selbst 3200kg wiegt, so dürfen Sie nur noch einen Wohnwagen mit 1300kg tatsächlicher Masse ziehen (1300kg + 3200kg = 4500kg).

Sie dürfen also hier nur einen Wohnwagen mit 1500kg ziehen, wenn Ihr PKW beladen nicht mehr als 3000kg wiegt. Diese Regelung findet man oft bei Vans mit großer Zuladung, wie auch z.B. bei T4 VW-Bussen.

Haben Sie bis hierhin gelesen und noch immer nicht den Durchblick verloren, so sollten Sie auch folgendes wissen: Die maximal zulässige Stützlast Ihres PKW verdient ebenfalls Beachtung. Meistens finden Sie diese auf einem silbernen Aufkleber im Kofferraum oder in Nähe der Anhängerkupplung angebracht. Das dort genannte maximale Gewicht ist das Höchstgewicht, welches auf Ihre Anhängerkupplung liegen darf. Sie beeinflussen dieses mit der Beladung Ihres Wohnwagens, indem Sie mehr Gewicht nach vorne oder hinten packen. Bei einer 100km/h Zulassung müssen Sie die maximal zulässige Stützlast sogar voll ausnutzen. Es gilt der jeweils kleinere Wert von Wohnwagen und Zugfahrzeug hierfür als Maßstab.

Fehler #5: Meine Reifen darf ich so lange fahren, bis die Mindestprofiltiefe erreicht ist…

Dann gehen Sie ein Sicherheitsrisiko ein, welches unverantwortlich ist !
Im normalen Wohnwagenleben dürfte es so gut wie ausgeschlossen sein, die Mindestprofiltiefe beim Wohnwagen jemals zu unterschreiten. Der Wohnwagenreifen unterliegt nur einer sehr geringen Abnutzung, da weder nennenswerte Brems- noch Beschleunigungskräfte auf diesen einwirken. Was den Reifen aber auf Dauer viel stärker schädigt, sind Alterung durch Sonneneinstrahlung und einseitige Belastung beim langen Stehen (so genannte Standplatten).

Der Reifen wird durch UV-Strahlung schon nach wenigen Jahren porös, die Stabilität stark beeinträchtigt. Durch Standplatten wird der Reifen unrund und erhitzt sich somit beim Abrollen stärker als ein neuer Reifen. Dies führt zum schnellen Platzen, auch wenn der Reifen äußerlich noch völlig einwandfrei aussieht. Hinzu kommen unsichtbare Schäden durch eventuelle Bordstein-Rempler, welche beim Wohnwagen durch die vorhandene Überbreite im Vergleich zum Zugfahrzeug schnell und häufig passieren, meist sogar unbemerkt.

Daher wichtig: Kontrollieren Sie stets den Luftdruck und füllen Sie auf die empfohlenen Werte auf. Prüfen Sie regelmäßig den Zustand Ihrer Reifen auf Beschädigungen und eingedrungene Fremdkörper.
Tauschen Sie spätestens nach 6 Jahren Reifenalter Ihre Reifen gegen neue aus. Das genaue Reifenalter ist auf jedem Reifen eingeprägt, fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Fachhändler. Halten Sie Abstand von runderneuerten Reifen, die Gefahr beim Wohnwagen ist hier weitaus größer als beim PKW. Hat Ihr Caravan eine Tempo 100 km/h Plakette, so gilt diese nur bis zum Erreichen dieses Reifenalters.

Fehler #6: In mein Frischwassersystem fülle ich keine Zusätze ein, nur reines Wasser…

Dann tun Sie Ihrer und der Gesundheit aller Nutzer sicherlich keinen Gefallen.
Gerade im Caravan wird das Frischwasser sehr schnell schlecht und faulig, Algenbildung setzt schon nach wenigen Tagen ein. Untersuchungen in Caravans brachten erschreckende und gesundheitsgefährliche Werte ans Licht, welche jegliche gesetzlichen Grenzwerte überschritten. Da das Wasser meist nicht nur tage- sondern wochenlang im System verbleibt, sind Durchfallerscheinungen beim Genuss oft die Folge. Auch das regelmäßige Entleeren des Frischwassersystems bringt hier keinerlei Erfolg, da Restwasser immer irgendwo zurückbleibt und das frisch aufgefüllte Wasser sofort wieder ungenießbar macht.

Daher wichtig für Sie: Bei jedem Auffüllen Ihres Frischwassersystems gehört ein Frischwasser-Desinfektionsmittel unbedingt mit in den Tank. Das Campingzubehörangebot ist hier reichlich, bekannt und bewährt sind Produkte der Hersteller CERTISIL und MICROPUR. Diese sind absolut gesundheitsunschädlich und können bedenkenlos im Frischwasser gelöst konsumiert werden. Sie haben dann aber die Gewissheit, Ihren Urlaub auch ohne durch Ihr Frischwasser verursachte Erkrankung in vollen Zügen genießen zu können. Auch wenn Sie das Wasser nur zum Zähneputzen oder waschen verwenden, ist eine Desinfektion des Wassers unbedingt erforderlich.

Auch Ihr Leitungswasser zu Hause enthält oft Zusätze, welche die Wasserwerke bei Bedarf kontrolliert zusetzen. Daher sind Bedenken hierzu völlig fehl am Platze.

Fehler #7: Meine Aufbauscheiben reinige ich mit gewöhnlichem Glasreiniger…

Davon werden Ihre Plexiglasscheiben leider recht schnell porös !
Reinigen Sie Ihre Kunststoffscheiben unbedingt nur mit milder Seifenlauge (z.B. Neutralseife) oder einem speziellen Acrylglasreiniger. Denn haushaltsübliche Glasreiniger enthalten Alkohol, welcher das Plexiglas Ihrer Fenster angreift und recht schnell feine Haarrisse entstehen lässt. Daher sollten Sie auch keine Abziehbilder oder sonstige Aufkleber auf Ihre Fenster kleben. Auch die enthalten Lösungsmittel, welche den Scheiben schaden.

Fehler #8: Beim Rangieren des Wohnwagens ziehen alle Helfer feste an den Rangiergriffen…

Somit könnte Ihr Wohnwagen schon bald an den Griffen undicht werden ! Auch komplett abgerissene Rangiergriffe sind leider keine Seltenheit. Es handelt sich um Griffe, welche zum “lenken” des Caravans gedacht sind, nicht zum gewaltsamen daran ziehen. Vergessen Sie bitte nicht, dass diese Griffe lediglich mit 2-4 Holzschrauben in der relativ dünnen Außenwand (3-4 cm) angeschraubt sind. Zwischen Griff und Wand ist eine dünne Abdichtung, welche durch das Ziehen undicht werden kann. Dann kann Wasser an den Befestigungsschrauben eindringen und Ihren Caravan erheblich schädigen. Weisen Sie daher alle Helfer an, den Wohnwagen nicht zu ziehen, sondern von der anderen Seite des Fahrzeugs zu schieben. Das Schieben darf nur an den äußeren Kantenleisten des Wohnwagens oder an den Griffen erfolgen. Keinesfalls am Blech oder der Heckschürze, da dann Dellen oder Brüche die Folge sein können.

Kennen Sie weitere Pflegetipps, welche wir hier zeigen sollten?
Dann schreiben Sie uns bitte eine E-Mail

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